Harry Potter und die Heiligtümer des Todes, Teil 2
Mit einem stupenden Event-Film in 3D findet die Harry-Potter-Sage ihren Abschluss im Kino. Die Spezialeffekte sind auf dem neusten Stand der Computeranimation. Die Filmproduktion in London ist damit endlich wieder konkurrenzfähig mit Hollywood. Was kann man aber von einer Geschichte erwarten, deren Ausgang bereits bekannt ist? Der Böse Lord muss sterben, damit das Gute eine Chance bekommt und Harry Potter als Held aus dieser finalen Schlacht hervorgeht. Gegen jede Vermutung sind nicht die Effekte das wirklich beeindruckende, sondern die ruhigen Momente in der Erzählung.
Die Erkenntnis, dass Snape nicht ein Bösewicht, sondern ein zutiefst Liebender ist, bringt den Helden zu sich selbst. Im «Denkarium» kann er mit der letzten Träne von Snape in die Welt seines Lehrers eintauchen, ihn von einer anderen Seite erleben und neu beurteilen. Hier wird ein Junge zum Erwachsenen; und dies in einer sehr gekonnt gelösten Montage von Erinnerungsbildern. Der Film unter der Regie von David Yates lebt von solchen zauberhaften Momenten der Erzählung: Der Begegnung von Harry mit dem verstorbenen Dumbledore in einer Nahtod-Erfahrung, vom herzhaften Mut des ewigen Verlierers Neville, von der romantischen Liebe zwischen Hermine und Ron. Und nicht zuletzt von der leicht ironischen Schlussszene auf dem Londoner Bahnhof Kings Cross, wenn Harry, Ron und Hermine ihre eigenen Kinder auf Gleis ¾ begleiten: Im Wissen um die Natur des Bösen und die unbändige Kraft der Liebe.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
«Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2» («Harry Potter and the Deathly Hallows – Part 2», Grossbritannien/USA 2011, Regie: David Yates, Besetzung: Cast: Daniel Radcliffe, Rupert Grint, Emma Watson, Ralph Fiennes; Verleih: Warner Bros. Pictures. http://www.warnerbros.ch, Filmwebsite: http://www.harrypotter.ch
Kinostart: 13. Juli 2011
