Halbe Treppe
Der Titel des neuen Films von Andreas Dresen, der an der diesjährigen Berlinale einen unerwarteten, aber verdienten Erfolg gefeiert hat, bezieht sich auf einen Imbissladen in der Stadtmitte von Frankfurt/Oder, gleichzeitig aber auch auf die Mitte des Lebens, in der sich die Protagonisten des Films befinden: zwei Ehepaare um die 40, so genannt kleine Leute mit alltäglichen Problemen.
Ellen und Uwe sind seit 13 Jahren verheiratet. Er besitzt einen Imbissladen, sie ist Verkäuferin in einer Parfumerie, und zusammen haben sie zwei Kinder. Kathrin fertigt zu nächtlicher Stunde am Grenzübergang nach Polen Lastwagen ab, während ihr Mann Chris mit viel Charme am Radio das tägliche Horoskop moderiert. Sie haben sich keinen schlechten Platz erarbeitet und stehen trotzdem vor der Frage, ob das nun alles gewesen ist.
Dresen hat ein feines Gespür für die Charaktere dieser Menschen mit ihren Enttäuschungen und Sehnsüchten. Mit minimalen, fast dokumentarischen Mitteln setzt er das schon reichlich abgeschliffene Eheleben ins Bild und zeigt die sich heimlich entwickelnden Seitensprünge und unvermeidbaren Tränen. Über ihre Lebenskrisen können sich die befreundeten Paare eher schlecht denn recht verständigen, manchmal aber auch mit Witz. Man spürt in diesem Film eine grosse Nähe und Liebe zu den Menschen.
Hans Hodel, Filmbeauftragter Reformierte Medien
«Halbe Treppe», Deutschland 2002, Regie: Andreas Dresen, Besetzung: Axel Prahl, Gabriela Maria Schmeide, Thorsten Merten, Steffi Kühnert, Verleih: Filmcooperative Zürich, Heinrichstr. 114, 8005 Zürich, Telefon: ++41 (0)1 448 44 22, Fax: ++41 (0)1 448 44 28, E-Mail: info@filmcoopi.ch, Internet: http://www.filmcoopi.ch, http://www.halbetreppe.de
Kinostart: 3. Oktober
Silberner Bär an der Berlinale 2002
Bundesfilmpreis in Silber
