Guatemala: Gegen das Vergessen
Während des guatemaltekischen Bürgerkriegs von 1960 bis 1996 verschwanden Tausende Menschen für immer, wurden verschleppt oder getötet. Erst 2012 gelang es einer Gruppe von Angehörigen der Opfer, den Staat Guatemala in einem aufsehenerregenden Prozess vor dem interamerikanischen Menschenrechtsgerichtshof zu verklagen – es sollte das erste Mal in der Geschichte sein, dass ein Staat für solche Verbrechen angeklagt wurde. Auch wenn nur 26 der 45’000 Taten geahndet werden konnten, bekamen die Kläger Recht gesprochen. Sie bestanden auf verschiedenen Wiedergutmachungsmassnahmen, unter anderem auf der Produktion eines Dokumentarfilms auf Kosten des Staates. Doch der Staat weigert sich bis heute, das Urteil zu akzeptieren. Schliesslich haben die Familien die Sache selbst in die Hand genommen: Dies ist ihr Film. Gemeinsam mit Regisseur Claudio Zulian und einer Gruppe politisch aktiver Kulturschaffenden wurde ausgearbeitet, wie die Gräuel des jahrzehntelangen Bürgerkriegs dargestellt werden sollten, von denen es kaum mehr Spuren gibt
