Grünes Licht für ein Multimedia-Zentrum

Die evangelische Medienstelle BILD+TON und das katholische Gegenstück, die AV- Medienstelle Zürch, planen zu fusionieren. Sie bilden den Kern eines neu aufzubauenden Multimedia-Zentrums, das für die kirchliche Bildungs- und Informationstätigkeit und für interessierte Direktbenützer zahlreiche Dienste anbieten wird.

Die Römisch-katholische Zentralkommission des Kantons Zürich beschloss letzte Woche, den Zusammenschluss ihrer Stelle für audiovisuelle Medien (AVZ) mit der Medienstelle des Evangelischen Mediendienstes (BILD+TON) ernsthaft zu prüfen, um auf diese Weise grünes Licht für den Aufbau eines deutschschweizerischen interkonfessionellen Multimedia-Zentrums zu geben. Dieser guten Nachricht applaudierten die über fünfzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Strategietagung des Evangelischen Mediendienstes (EM) vom vergangenen Freitag in Zürich. Als der EM zu dieser Aussprache über seine Multimedia-Pläne eingeladen hatte, war die Entscheidung der katholischen Zürcher Kirche noch offen gewesen.

Die vom EM zusammengerufenen Fachleute und Kirchenvertreter waren sich einig, dass das vorgeschlagene Projekt realisiert werden solle: Ein überregionales und interkonfessionelles Kompetenz- und Dienstleistungszentrum wird nach den Plänen des EM für den Anschluss der Kirchen an die Medienumwälzungen im Bildungs- und Informationsbereich sorgen. Bestehende überregionale Stellen (beispielsweise Verleih ZOOM) werden sukzessive vereinigt. Mit den regionalen Einrichtungen wird ein dichtes Netz der Zusammenarbeit geknüpft.

Das geplante Multimedia-Zentrum basiert auf einer Datenbank, die sämtliche erreichbaren audiovisuellen Bildungsmaterialien zum Thema Kirche-Religion-Gesellschaft erfasst und erschliesst. Multiplikatoren und interessierte Privatpersonen werden die Angebote des Zentrums über Internet benützen können, sei es für die interaktive Suche nach Texten, Bildern oder Filmen, sei es für das Bestellen zum Kauf oder zur Ausleihe, sei es zum Zweck des Erfahrungs- und Materialaustauschs zwischen Unterrichtenden oder zum direkten Herunterladen von Multimedia-Software über das Netz. Ausserdem wird das Zentrum telefonisch erreichbar sein und persönlich besucht werden können. Es wird bei der Schaffung und Bereitstellung von audiovisuellem Material eine ähnlich führende Rolle einnehmen wie heute schon die Medienstelle BILD+TON für die evangelische AV-Medienarbeit.

Der EM richtet sich darauf ein, mit dem Multimedia-Zentrum nebst den Multiplikatoren in zunehmendem Mass interessierte Privatpersonen zu bedienen. Die Menschen forschen zunehmend selbständig nach Informationen. Das Marketing der kirchlichen Mediendienste wird dieser neuen Zielgruppe in naher Zukunft grosses Gewicht geben. Wer im Internet nach Auskünften über religiöse und ethische Themen sucht, wird schon bald auf diese landeskirchliche Dienstleistung aufmerksam werden und dort – das ist die Bedingung für den Erfolg – aktuelle, relevante und attraktive Informationen und Geschichten finden.

Urs Meier
Gesamtleiter des Evangelischen Mediendienstes