Geschichte im Ersten. Wer bezahlt den Osten?

Etwa 1,6 Billionen Euro sind bis jetzt in den Osten Deutschlands geflossen – für Autobahnen und Eisenbahnen, für Soziales, für die Wirtschaft. Beispiele für die Erfolge dieser historisch einmaligen Aufbauanstrengungen finden sich allerorten: Der Osten sieht inzwischen längst aus wie der Westen – und besser. Städte wie Leipzig, Dresden und Erfurt wachsen. Der Südthüringer Kreis Sonneberg hat quasi Vollbeschäftigung. Es gibt fantastische, mit Milliarden aus Bundes- und Landeshaushalten sanierte Bergbaufolgelandschaften. Und doch reicht die selbst erwirtschaftete Steuerkraft im Osten bei weitem nicht aus: Die ostdeutschen Regionen und Kreise erwirtschaften nur zwischen 50 und 60 % ihres Finanzierungsbedarfes aus eigener Kraft, der Rest sind Transfers. Vom vor 27 Jahren ausgegebenen Ziel der Selbstfinanzierung des Ostens sind die neuen Bundesländer weit entfernt. Der Osten wird auf lange Sicht von Transfers der reichen Regionen abhängig bleiben