Geschichte im Ersten. Korruption und Wohnungsbau

Es war einer der grössten Skandale der Bundesrepublik. Ausgerechnet die Bosse der Neuen Heimat, eines Baukonzerns in Gewerkschaftshand, hatten in die eigene Tasche gewirtschaftet. Ein Schock für einfache Gewerkschaftsmitglieder wie Klaus P. Malchow aus München. «Mein Weltbild geriet ins Wanken – dass Gewerkschafter so etwas machen!» Die von der Neuen Heimat, das waren doch «die Guten», die Neue Heimat war dem Gemeinwohl verpflichtet. Kein Streben nach Gewinn, das einzige Ziel des Konzerns: Wohnungen, Wohnungen, Wohnungen. Umso tiefer war der Fall Anfang der 1980er. Die Dokumentation von Susanne Brahms und Rainer Krause zeichnet Aufstieg und Fall der Neuen Heimat nach und stellt auch die Frage nach den Folgen für den Wohnungsmarkt bis heute. Die Utopie von der gerechteren Art des Wirtschaftens wurde, fast unbemerkt von der Öffentlichkeit, abgeschafft, 1990 beseitigte die Kohl-Regierung auch noch das Gesetz zur Gemeinnützigkeit im Wohnungsbau …