Georgien und Armenien zu Gast in Nyon

(kirchenjury/medientipp) Die 46. Festivalausgabe steht im Zeichen besonderer Frauen.  Auf dem Programm steht ein «Focus» zum georgischen Film und ein Atelier mit dem armenischen Regisseur Harutyun Khachatryan.

Einmal mehr wird Nyon vom 17. bis 25. April 2015 ein Ort des Austausches, der Debatte und der freien Meinungsäusserung sein, an dem sich der Zustand der Welt und die Tendenzen, welche die menschlichen Gesellschaften formen, widerspiegeln. So erklärte es Festivalpräsident Claude Ruey an der Programmkonferenz. Vor diesem Hintergrund zieht sich die Präsenz aussergewöhnlicher Frauen durch das Programm. Nicht nur durch die programmierten Filme geben Frauenpersönlichkeiten als Pionierinnen und Hoffnungsträgerinnen dem Festival Farbe. Von den 160 am Festival vertretenen Filmschaffenden sind auch bemerkenswerterweise 40% Frauen.

Das «Festival international de cinéma» in Nyon gilt als eines der besten Dokumentarfilmfestivals der Welt. Aus 3‘700 eingereichten Filmen wurden 66 Beiträge aus 54 Ländern ausgewählt – darunter 28 Schweizer Filme – und in 13 Sektionen und Wettbewerben programmiert. Die Sektion «Focus» ist dieses Jahr 15 Filmen aus Georgien gewidmet. Dabei ist auch der 2005 von der interreligiösen Jury mit dem Spezialpreis «John Templeton» ausgezeichnete Film «The Pipeline Next Door» (F 2014) von Nino Kirtadzé. Auf dem Festivalprogramm steht auch das «Atelier Harutyun Khachatryan» mit acht Filmen des armenischen Regisseurs. Er war schon 1989 in Nyon zu Gast, als sich der «Focus» mit dem Filmschaffen der damaligen Sowjetrepublik Armenien auseinandersetzte. Im Jahr des Gedenkens an den Genozid am armenischen Volk im Osmanischen Reich vor hundert Jahren hat das Atelier mit Harutyun Khachatryans einen besonderen Symbolgehalt. Zu Ehren Armeniens wird am Sonntag der Film «Choeurs en exil» (B, PL, F 2015) von Nathalie Rossetti gezeigt. Charles Aznavour, der  armenische Botschafter in der Schweiz, wird bei der Filmvorführung mit anschliessender Diskussion anwesend sein.

Die von den internationalen kirchlichen Filmorganisation Signis und Interfilm eingerichtete interreligiöse Jury vergibt ihren Preis an einen der 16 Filme aus dem internationalen Wettbewerb. Die mit 5‘000 Franken dotierte Auszeichnung wird von der Katholischen Kirche Schweiz und Médias-pro, dem Mediendepartement der Konferenz der reformierten Kirchen in der Romandie, gestiftet. Mitglieder der Jury sind Aida Schläpfer al Hassani, die Gründerin des «International Arab Film Festival Zurich» und Marc Wehrli, der Präsident der «Cinémathèque Suisse», sowie die Journalistin Mirela Vasadi Blasius. Der Historiker und Filmwissenschaftler Daniel Wildmann ergänzt das Quartett.

Hans Hodel, Jurykoordinator Interfilm
hans.hodel@outlook.com

Programm und Tickets:http://www.visionsdureel.ch/festival/programme/jour
Informationen zum Festival: http://www.visionsdureel.ch/de
Informationen zur interreligiösen Jury: http://www.kirchen.ch/filmjury/index.php?&na=2,0,0,0,d