Für den europäischen Kinderfilm
In Konstanz trafen sich vom 12. bis 14. November 1999 Kinderfilm-Verleiher, Kinderkino-Programmierer und weitere Interessenvertreter, um Erfahrungen auszutauschen und neue Konzepte für die bessere Verbreitung europäischer Kinder- und Jugendfilme zu entwickeln. Die Schweiz war mit dem „ZOOM Verleih für Film und Video“ vertreten.
„Kiriku und die Zauberin“ (Frankreich/Belgien 1998), „Pauls Reise“ (Deutschland 1998) oder „Der Ball“ (Belgien/Deutschland/Niederlande 1999) – drei aktuelle Beispiele für qualitativ herausragende europäische Kinderfilme. Solche Filme bekommen Kinder in Europa, wenn überhaupt, nur selten zu sehen, wobei „Kiriku und die Zauberin“ in der Schweiz zur Zeit ausnahmsweise mit Erfolg in den Kinos programmiert ist. Während sich Film- und Fernsehanbieter zu grossen Konzernen zusammenschliessen und ihre Programme paketweise auf dem Weltmarkt einkaufen, wird es für die vergleichsweise kleinen europäischen Filmproduzenten immer schwieriger, ihre Filme ans Publikum zu bringen – vor allem, wenn es sich um Kinder- und Jugendfilme handelt, die auch noch vor einem konkreten sozialen und kulturellen Hintergrund spielen.
Rund vierzig Kinderfilm-Verleiher, Weltvertriebsfirmen, Kinderkino-Programmierer und weitere Interessenten aus ganz Europa trafen sich zur ersten Europäischen Verleihkonferenz für Kinder- und Jugendfilme, die vom 12. – 14. November 1999 in Konstanz stattfand, um Kontakte zu knüpfen, Informationen und Erfahrungen auszutauschen und Ideen zu diskutieren für neue Konzepte zur Verbesserung der Auswertung europäischer Kinder- und Jugendfilme. Dabei geht es unter anderem darum, länder- und medienübergreifend Partnerschaften und Kooperationen zu organisieren, mit denen sichergestellt werden kann, dass zumindest die besten europäischen Kinder- und Jugendfilme in vielen Ländern zu sehen sind: In den Kinos, in nichtgewerblichen Vorführungen in Filmclubs und Schulen, im Fernsehen und auf Video VHS bzw. DVD für zuhause.
Veranstalter der Konferenz waren der „Bundesverband Jugend und Film e.V.“ und die europäische Kinderfilm-Organisation ECFA (European Children´s Film Association). Unterstützt wurde sie von der „Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg“, der „Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg“, dem „Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend“ und der Stadt Konstanz. Da konkrete Planungsschritte noch nicht verbindlich festgelegt werden konnten, soll die Konferenz angesichts des Einfallsreichtum und Idealismus der Teilnehmer spätestens in zwei Jahren weitergeführt werden.
Hans Hodel
Filmbeauftragter des Evangelischen Mediendienstes
