Finding Neverland

Die Faszination für das grosse Abenteuer Tod ist in der Geschichte von Peter Pan metaphorisch angelegt: Das Jenseits ist hier ein phantastisches Nimmerland. Von diesem Nimmerland träumt der englische Autor James M. Barrie, der am Ausgangspunkt des Films steht. 1904 hat das Theaterstück «Peter Pan – Das Märchen vom Jungen, der nicht gross werden wollte» in London Premiere und begeistert seit hundert Jahren vor allem das angelsächsische Publikum.

Johnny Depp verkörpert den Autor Barrie mit spitzbübischer Nonchalance. Dieser Mann will nicht erwachsen werden und verdrängt seine gescheiterte Ehe durch die ungewöhnliche Beziehung zu Sylvia Llewelyn Davies und ihre vier Buben. Inspiriert durch die Verspieltheit der Kinder und den Todesfluch, der über der Familie Davies liegt, schreibt Barrie seine phantastische Geschichte. Marc Forster, der derzeit erfolgreichste Schweizer Regisseur in Hollywood, weicht teilweise von historischen Ereignissen ab und nimmt Zuspitzungen vor. Vater Davies ist bereits an Krebs gestorben und auch die Mutter Sylvia stirbt anlässlich der Premiere des Stücks, obwohl sie tatsächlich erst einige Jahre später dahinschied. Insgesamt ist „Finding Neverland“ ein sentimentaler Film, der die Tränendrüsen mit der Geschichte von den Waisenkindern in Gang setzt. Wer sich dies gefallen lässt, hat die Chance die Entstehungsgeschichte von Peter Pan von ihrer bewegenden Seite zu erleben.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

„Finding Neverland“, USA 2004, Regie: Marc Forster, Besetzung: Johnny Depp, Kate Winslet, Julie Christie; Verleih: Frenetic Films, Internet: http://www.frenetic.ch

Kinostart: 20. Januar 2005

Fernsehhinweis:
Am Donnerstag, 24. Februar, wird auf SF1 der Film „Marc Forster – Von Davos nach Hollywood“ (20.00 Uhr) ausgestrahlt.