Feature am Sonntag. Ich will nicht leben ohne dich

1811 töten sich Henriette Vogel und Heinrich von Kleist am Kleinen Wannsee bei Potsdam. «Erweiterten Selbstmord» nennen es Psychologen, wenn dem Suizid eine Tötung auf Verlangen vorausgeht. Und so wie Kleist den Tod inszeniert hat, so haben viele nach ihm den Doppelsuizid rituell vollzogen. Wenn nicht für die Nachwelt, so doch für sich selbst. Um die vollkommene Hingabe an den anderen zu demonstrieren. Aber bedeutet der gemeinsame selbstgewählte Tod tatsächlich immer, dass man nicht ohne den anderen leben kann?