Feature am Feiertag. Berg des Leides, Berg der Hoffnung

Odilie, Tochter des merowingischen Grafen Adalrich, wurde blind geboren und vom Vater verstossen. Sie wuchs in einem Kloster auf, und als sie getauft wurde, bekam sie auf wundersame Weise das Augenlicht geschenkt. Sagt die Legende. Historisch verbürgt ist nur, dass Odilie selbst, 680 n. Chr. auf einem Berg südwestlich von Strassburg, ein Kloster gründete. Der Kult um die Heilige war schon im 10. Jahrhundert beurkundet. Auf dem Mont Sainte Odile steht noch immer das Kloster, viele Male niedergebrannt, geplündert, verwüstet und wieder aufgebaut. Hinter den roten Sandsteinmauern leben heute noch drei «Schwestern vom Heiligen Kreuz». In der Kapelle wird seit 1931 ununterbrochen gebetet. Eine Million Menschen zieht der Mont Sainte Odile jährlich an: Pilger, Sinnsucher, Motorradfahrer – und Blinde