Fassbinder
Kein deutscher Filmregisseur war umstrittener, produktiver und besessener als Rainer Werner Fassbinder. Als er 1982 mit nur 37 Jahren stirbt, hat er das Theater revolutioniert und ein Gesamtwerk von 44 Filmen und Fernsehserien hinterlassen. Keiner vor oder nach ihm hat in einer so kurzen Schaffensphase die deutsche Gesellschaft derart schmerzhaft und wahrhaft porträtiert. Keiner hat polarisiert wie er. Fassbinder war Motor und Kraftzentrum seiner Generation und hat mit rasender Energie die deutsche Kulturlandschaft seiner Zeit umgepflügt. Um dem Phänomen Fassbinder nahezukommen, liegt ein Augenmerk des Films auf seinen ersten künstlerischen Ambitionen als Internatsschüler, den Zeiten der Unruhe und des Aufbruchs, bevor die skandalöse Lebensweise zu seinem ebenso skandalösen Tod führte. Wie Fassbinder mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Schauspielerinnen und Schauspielern, Rivalen und Liebesabenteuern, seinen Machtkämpfen und seiner offen zur Schau gestellten Bisexualität umging, ist in der Begegnung mit seinen Stars zu erfahren
