Exit – Notausgang aus dem Leben
In einer Gesellschaft, die dazu tendiert, alles zu kontrollieren, stellt sich uns diese ganz persönliche Frage: Ist die Wahl unseres eigenen Todes nicht unsere allerletzte Freiheit? Gibt es Wege, sich selbst und den Nahestehenden einen schmerzlichen Todeskampf zu ersparen, wenn eine schwere und unheilbare Krankheit auftritt und sich das künftige Leben als eine einzige Qual und Quelle von Angst abzeichnet? Da die moderne medizinische Technik den Menschen ein immer längeres Leben ermöglicht, wird auch die Diskussion über diese Frage angeregt.
Die Schweiz ist das einzige Land der Welt, das seit 20 Jahren erlaubt, sterbenden Menschen völlig legal „Selbstmord-Beihilfe“ zu leisten. Entsprechend ausgebildete und angeleitete Personen begleiten – ehrenamtlich – Kranke und Behinderte auf dem Weg zu einem Tod ihrer Wahl, den sie für würdiger erachten.
In Fernand Melgars Dokumentarfilm sprechen Sterbebegleiter und Sterbende unbefangen über den Tod. Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms stehen die Begleiter in Gesprächen mit den Kranken und in ihrer gemeinsamen ethischen Reflexion über Sterbehilfe. Schritt für Schritt werden die Gründe und die Prozesse veranschaulicht, die einen Menschen dazu veranlassen, bewusst vom Leben Abschied zu nehmen. Das grosse Verdienst dieses Dokumentarfilms ist, dass er bis zum Ende das Gleichgewicht zwischen der Nähe des einfühlsamen Blicks und der Distanz der soziologischen Sicht hält und dabei stets seinem hohen ethischen Anspruch gerecht wird, die Würde des Menschen zu wahren.
Sendezeit:
Donnerstag, 27. April 2006, 22.20 Uhr auf ARTE
Exit-Sprecher Andreas Blum thematisiert im „Bund“ vom 28. März 2006:
http://www.espace.ch/artikel_194560.html
Die Gewinner des Schweizer Filmpreises 2006:
http://www.swissfilms.ch/dofp6_img.asp
