Everything Will Change
Beunruhigende Schlagzeilen, welche die verheerenden Auswirkungen der Menschheit auf Klima und Natur in den kommenden drei Jahrzehnte dokumentieren, eröffnen Marten Persiels zweiten Langfilm. Im Jahr 2054 ist die Vegetation und der Boden dann in unnatürliche Rottöne gefärbt, die Menschen sehen sich mit verschiedenen Pandemien konfrontiert und viele leben freiwillig in Isolation. Hologramme und Netzhautchips ersetzen reale Erlebnisse. Die Welt, wie sie einmal war, kennt niemand mehr.
In dieser Zukunft leben drei befreundete Mitzwanziger: Fini, Cherry und Ben. Letzterer stolpert über das Bild einer Giraffe – ein Tier, von dem er noch nie zuvor gehört hat, weil es vor Jahrzehnten ausstarb. Daraufhin begeben sich Fini, Cherry und Ben zusammen auf eine Reise, um die Wahrheit über die verlorene Schönheit der Natur herauszufinden. Als sie in einem Institut namens «Arche» ankommen, wechselt die Erzählstruktur des Films von der dystopischen Sci-Fi-Ebene zu einer informativen Dokumentation über die Herausforderungen des Klimawandels.
Reale Wissenschaftler sowie Regisseure wie Wim Wenders und Markus Imhoof, die sich beruflich wie persönlich für mehr Biodiversität einsetzen, warnen dabei vor den Tragödien der Gegenwart. Dadurch entsteht ein glaubwürdiger Blick in die Zukunft. Persiels Film ist ein innovativer Beitrag zur Thematik, da er von den klassischen Strukturen anderer Umweltdokumentationen abweicht und das Publikum zur Konfrontation mit dem eigenen Gewissen zwingt.
Sarah Stutte, Filmjournalistin
«Everything Will Change», Deutschland/Niederlande 2021, Regie: Marten Persiel, Besetzung: Paul G. Raymond, Jessamine-Bliss Bell, Noah Saavedra, Verleih: Pathé Films AG, http://www.pathefilms.ch
Kinostart: 14. Juli 2022
