Evangelische Perspektiven. Zum 70. Todestag von Mahatma Gandhi

Die Kugel eines fanatischen Hindufundamentalisten tötete am 30. Januar 1948 in Delhi Mohandas Karamshad Gandhi, dem man den Ehrentitel «Mahatma – die grosse Seele» verliehen hatte. Zeit Lebens stand der indische Menschenrechtler zur Lehre des Hinduismus, förderte aber zugleich die Achtung zwischen den Angehörigen aller Glaubensrichtungen. Dabei gelang es ihm wie kaum einem anderen, die Botschaft von Gottes Liebe zu allen Menschen konsequent in Politik umzusetzen. Durch das Prinzip des gewaltlosen Widerstandes konnte Gandhi Indien aus der Hand der britischen Kolonialmacht befreien. Doch seine Worte fanden bei religiösen Extremisten wenig Gehör. Die Folge waren schwerste Unruhen und eine Aufspaltung des indischen Subkontinents in das muslimische Pakistan und das hinduistische Indien. In jüngster Zeit sorgt das Aufflammen eines radikalen Hindufundamentalismus in Indien erneut für Schlagzeilen. Wurde die Lehre Mahatma Gandhis vergessen?