Evangelische Perspektiven. Seelsorge hinter Gefängniszäunen

Immer mehr Menschen in Deutschland werden während ihrer Zeit im Strafvollzug alt, blicken teils auf langjährige Haftstrafen zurück. Manche Gefangene haben einen besonderen Betreuungsbedarf, sind psychisch krank oder in ihren Fähigkeiten eingeschränkt. Auch sie haben ein Recht darauf, im Haftalltag mit Respekt behandelt zu werden. Seelsorge spielt dabei eine wichtige Rolle. Pastorin Elisabeth Biermann arbeitet in Europas grösster Abteilung für «lebensältere Häftlinge». Sie ist froh, dass sich das deutsche Justizvollzugssystem schon lange von einer Zuchthausmentalität verabschiedet hat. Der Fokus des offenen Vollzugs liegt heute darauf, die Gefangenen auf ein straffreies Leben nach der Haft vorzubereiten, auch wenn dieses straffreie Leben eher ein Lebensabend wird. In den langen persönlichen Gesprächen, die die Gefängnispfarrerin mit alternden Häftlingen führt, geht es oft ums grosse Ganze – Schuld, Sühne und den Sinn des Lebens