Evangelische Perspektiven am Reformationstag. Medienrevolutionen 1517 und 2017
Heute wissen wir, dass die Reformation vor 500 Jahren auch eine Medienrevolution war. Luther war sozusagen ein «printing native», sagt der Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann. Ohne die Erfindung des Buchdrucks, die Zusammenarbeit mit den Druckern und ohne das frühkapitalistische Wirtschaftssystem hätten sich Luthers Ideen wohl nicht weit über Wittenberg hinaus verbreiten können. Ein Effekt dieser historischen Konstellation um 1517: die Gedanken wurden immer freier. Und heute? 2017 stecken wir erneut in einer Medienrevolution. Wie langlebig ihre Auswirkungen sein werden und was Menschen in 500 Jahren darüber denken, wissen wir heute noch nicht. Wohin führt uns die globale Digitalisierung? Werden unsere Gedanken dadurch freier oder kontrollierbarer? Und wie wirkt sich die Internetrevolution auf unsere Glaubenswelten aus?
