Evangelische Perspektiven. Die Geschichte ehemaliger Juden auf Mallorca

Die Kathedrale von Palma repräsentiert die katholische Kirche auf Mallorca. In ihrem Schatten wurden seit dem Mittelalter Juden gezwungen, zum Christentum zu konvertieren. Wer das nicht wollte, musste fliehen. Die Zwangsgetauften und ihre Nachfahren nannte man Chuetas. Über Jahrhunderte hinweg wurden sie bespitzelt und verdächtigt, heimlich weiter das Judentum zu pflegen. Wer nicht öffentlich dem Judentum abschwor, der starb auf dem Scheiterhaufen. Der letzte brannte vor 330 Jahren. Menschen mit dem Namen von Chueta-Familien waren bis in jüngste Zeit ausgegrenzt, konnten nicht jeden Beruf wählen, nicht jede Laufbahn einschlagen, selbst Ehen von Chuetas mit Alt-Christen waren lange verpönt. Seit dem Ende der Franco-Ära hat sich das geändert, nicht zuletzt durch den Massentourismus und die Öffnung Mallorcas. Heute leben noch immer rund 20.000 Nachfahren ehemaliger Juden auf Mallorca, ganz wenige von ihnen sind zurückgekehrt zum Judentum