Evangelische Perspektiven. Warum es sich lohnt zu träumen
Wir gestatten uns das Träumen nicht mehr, sagt Zukunftsforscher Harald Welzer. Wer über die Zukunft redet, redet von Apokalypse, Klimawandel, Artensterben, Massenflucht, Weltherrschaft der Künstlichen Intelligenz – es gibt viele apokalyptische Reiter. Doch wir brauchen das freie Träumen, so Welzer: Alles könnte ganz anders sein. Wer wegen des CO2-Ausstosses Autos lediglich auf E-Mobilität umrüsten will, träumt zu kurz. Alles könnte anders werden, meint der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen. Wir erleben uns als Getriebene der Digitalisierung. Eine grosse Gereiztheit ist die Folge. Eine mediale Überforderung, die durchaus reale Auswirkungen etwa auf die Demokratien haben kann. Doch was ist, muss nicht so bleiben: Für Pörksen steht an erster Stelle die Utopie einer «redaktionellen Gesellschaft» – einer Gesellschaft, die den Umgang mit dem Digitalen neu lernt. Wieviel Zukunftsmut haben wir noch? Und wie können wir ihn wiederfinden?
