Evangelische Perspektiven. Tiere als Ersatzteillager
Als Japan in diesem Jahr das Experimentieren an Mischwesen aus Mensch und Tier erlaubte, war die Aufregung weltweit gross. Sofort brach eine breite Debatte darüber los, inwiefern solche Chimären ethisch vertretbar sind. Forscher erhoffen sich, in den genetisch veränderten Tieren menschliche Organe zu züchten, die später als Spenderorgane in einen Menschen implantiert werden können. Noch ist das Zukunftsmusik, aber die Forschung zur sogenannten Xenotransplantation – also der Transplantation von Tier-Organen in den Menschen – hat in den letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht. Als Durchbruch gilt vielen ein Versuch von Forschern aus Bayern: Sie implantierten Pavianen Schweineherzen. Einer der Affen überlebte 195 Tage. Werden also schon bald todkranke Patienten Schweineherzen als Organspenden erhalten? Aus Sicht von Wissenschaftlern spricht viel für diese Art von Forschung zumal es weltweit zu wenige Organspenden gibt. Aus ethischer Sicht stellt sich die Frage: Wie steht es um das Tierwohl und die Rechte der Tiere bei der Xenotransplantation?
