Evangelische Perspektiven. Maria zwischen den Konfessionen

Maria ist nicht nur katholisch, sie ist auch evangelisch. Protestanten vergessen das leicht. Sie sagen schlicht Nein zur Marienverehrung. Dabei hat Martin Luther die «zarte Gottesmutter», wie er sie gern nannte, als das leuchtende Vorbild eines christlichen Lebens ganz aus Gottes Gnade und ganz aus dem Glauben geliebt. Steht also Maria tatsächlich als Trennende zwischen den Konfessionen? Eine Spurensuche nach Grenzen oder aber offene Türen führte ausgerechnet in die Lutherstadt Wittenberg und nach Franken. Im Augusteum in Wittenberg widmet sich eine hochkarätige Ausstellung der Mutter des Gottessohnes. Der katholische Ökumene- Bischof Gerhard Feige aus Magdeburg ist Schirmherr der Schau und freut sich über das Wagnis, Maria in einem zutiefst evangelisch beziehungsweise nahezu konfessionslos geprägten Landstrich zum Thema zu machen. Dorothea Greiner, Regionalbischöfin des Kirchenkreises Bayreuth, spricht über ihre Beziehung zu Maria als Frau und Mutter, während Kirchenhistoriker und Bezirksheimatpfleger dem evangelischen Marienkult in Franken nachgehen