Evangelische Perspektiven. Jesus in neuer Perspektive

Der aktuelle Dialog mit dem Islam fordert Christen heute mehr denn je heraus, 2’000 Jahre alte Formulierungen zu überdenken. Dazu gehört die Bezeichnung Jesu als «Sohn Gottes» – die bei den meisten Nicht-Christen auf Unverständnis und Ablehnung stösst. Ihre Kritik ist eine heilsame Herausforderung. Denn viele Begriffe, die im spätantiken mythologischen Kontext für Menschen plausibel waren, stehen im 3. Jahrtausend angesichts von Reagenzglasbefruchtungen und Klonen zwangsläufig auf dem Prüfstand. Der Titel «Sohn Gottes» spiegelt den Versuch, die besondere, ja einmalige Beziehung Jesu zu Gott auszudrücken. Fortschrittliche Theologen bemühen sich heute, dem auf neue Weise Rechnung zu tragen. Sie verstehen «Sohn Gottes» als «Metapher», die einen «neuen Menschen» beschreibt