Evangelische Perspektiven. Gerechtigkeit fällt nicht vom Himmel
Die Frage nach der Gerechtigkeit ist eine Grundfrage des menschlichen Lebens: Wem steht was zu von Gütern, die gemeinsam hergestellt werden? Dies ist ursprünglich keine religiöse Frage, aber Gerechtigkeit ist oft mit der Religion verbunden worden. Und: die irdischen Gerechtigkeitsvorstellungen haben sich im Laufe der Geschichte grundlegend verändert: In vormodernen Zeiten galt als gerecht, dass alle das Lebensnotwendige bekommen; mit dem Aufkommen des Kapitalismus änderte sich das: Jeder darf mit seinen Gütern frei handeln, er muss nur einen finden, der auf sein Angebot eingeht. Interessant ist: dass uns bis heute beide Vorstellungen von Gerechtigkeit noch prägen. Die alten Ideale scheinen nicht ganz totzukriegen zu sein – auch Dank der Kirchen
