Evangelische Perspektiven. 3. Ökumenischer Kirchentag in Frankfurt/Main
Der 3. Ökumenische Kirchentag hätte ein Zeichen setzen können: Für gelebte Ökumene, für eine breite, selbstbewusste singende Basis, für eine weite Kirche, die immer noch so viele anzieht, dass die Banker-Metropole Frankfurt mal für fünf Tage nicht von Geld, sondern von dem Glauben an die bessere Welt bestimmt wird. Wegen Corona stehen Vorträge und Diskussionen im Vordergrund. Der erste Ökumenische Kirchentag 2003 in Berlin brachte mit zwei «illegalen» gemeinsamen Abendmahlsfeiern das Thema prägnant ins Bewusstsein, der zweite ÖKT 2010 in München war von der Entdeckung der Missbrauchsfälle überschattet – und der dritte nun trifft auf eine verwundete und ausgelaugte Gesellschaft, in der eher Wut und Angst als Zuversicht regiert. Und so wird wohl eine der spannenden Fragen des digitalen Kirchentags sein, wie «systemrelevant» für die eigenen Mitglieder wie auch für ein gelingendes Zusammenleben in der Gesellschaft die evangelische und die katholische Kirche noch sind
