Evangelische Perspektiven. Nahtoderfahrungen

Den eigenen Körper verlassen, an der Decke schweben und sich von aussen betrachten. Dann plötzlich, eine vertraute Stimme, ein bekanntes Gesicht, ein längst verstorbener Freund oder Verwandter, ein Gefühl tiefer Liebe macht sich breit. Ein Tunnel tut sich auf, an seinem Ende ein Licht, hell und doch nicht blendend. Das eigene Leben läuft wie vor einem inneren Auge noch einmal ab: Bilder, Momente, Gefühle aneinandergereiht – wie ein Panorama des eigenen Lebens. So oder so ähnlich schildern die meisten der rund vier Prozent der Bevölkerung, die bei Operationen, nach Unfällen oder im Koma eine Nahtoderfahrung gemacht haben, in lebensbedrohlichen Situationen an der Grenze zum Tod. Die Mehrheit der Neurowissenschaftler erklärt Nahtoderlebnisse mit physiologischen Ausnahmeprozessen im Gehirn, beispielsweise einem Feuern von Neuronen unter Sauerstoffmangel, wie eine Art Kurzschluss