Evangelische Perspektiven. Goethes Glaubenswelt

Goethe konnte überbordend gefühlvoll sein in der Religion – sei es in der Ablehnung, wenn er in dem frühen Gedicht «Prometheus» Zeus und allen Göttern sein «Dein nicht zu achten, wie ich!» entgegen schleuderte, sei es dann wieder in frommer Andacht, wenn er Gott als den uralten Vater verehrt. Der Dichter und der Mensch Goethe wagten es, Glauben als ganz persönliche Lebensäusserung zu sehen, die immer den Bezug zur Welt, zur Natur vor allem, prägt. Eine Kirche brauchte Goethe nicht dazu. Bis heute geben viele seiner Texte dem Glauben Worte und Richtung – und sind zum Schwärmen schön