Europäischer Templeton-Filmpreis 2005

(medientipp) Der Film „L´enfant“ der Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne (Belgien/Frankreich 2005) ist mit dem European Templeton Film Award 2005 ausgezeichnet worden. „L’enfant“ erzählt von Bruno, Sonia und ihrem neugeborenen Sohn Jimmy, die von Sozialhilfe und Diebstählen leben. Ohne nachzudenken verkauft Bruno das Kind an kriminelle Kinderhändler. Die verheerenden Folgen seiner Tat führen Bruno Schritt für Schritt zu der Einsicht, was es bedeutet, erwachsen zu werden.

Die Jury hebt im Film vermittelte Werte wie Brunos Reue, Sonias Vergebung und ihre gegenseitige Versöhnung hervor. Der Verzicht auf Effekte und Musik zugunsten von Hintergrundgeräuschen, realistischen Dialogen, einer hautnahen Kamera und schauspielerischer Unmittelbarkeit verleihe dem Film seinen ästhetischen Rang, heisst es in der Pressemitteilung von INTERFILM.

Der von der amerikanischen John Templeton Foundation gestiftete Preis wird von der internationalen kirchlichen Filmorganisation INTERFILM und der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) vergeben. Er ist mit 10´000 Euro dotiert und wird von einer internationalen Jury aus den kirchlichen Preisträgern internationaler Festivals und den „Filmen des Monats“ der Evangelischen Filmjury in Deutschland oder des Katholischen Mediendienstes und der Reformierten Medien in der Schweiz ausgewählt.

Die Preisverleihung findet während der Berlinale, am Sonntag, 12. Februar 2006, um 16.30 Uhr im Rahmen eines Gottesdienstes in der Französischen Friedrichstadtkirche statt. Zuvor wird der Film in einer Sondervorführung um 14.00 Uhr in den Hackeschen Höfen gezeigt.

„L´enfant“ läuft in den Schweizer Kinos ab dem 12. Januar.

Filmtipp: https://www.medientipp.ch/index.php?na=3,1&meid=52563

Radiohinweis:
Donnerstag, 12.Januar, 11.00 Uhr, DRS2
Reflexe. Das verkaufte Kino-Kind – „L´enfant“ der Brüder Dardenne