Essay. Man muss dran glauben

Ökonomie und Religion sind eng verwandt. Der Marktplatz liegt neben dem Tempel, der Kirche oder der Moschee, Begriffe wie Messe, Erlös, Kredit, Schuldner, Gläubiger, Pekuniäres, Moneten, Testament und Offenbarungseid haben einen ökonomisch-religiösen Doppelsinn. Lagen also Karl Marx, Max Weber oder Walter Benjamin durchaus richtig, als sie von den theologischen Mucken der Geldform, von der Geburt des westlichen Kapitalismus aus dem Geist der protestantischen Askese oder von «Kapitalismus als Religion» sprachen?