Essay. Kulturgeschichte des Schwebens (2/3)
Mobilées, Waagen, Schaukeln: die Dingwelt des Schwebens ist interessiert am Equilibrium, am Gleichgewicht. Schweben heisst abwägen, austarieren. Es heisst aber auch: abschweifen. Im Gegensatz zum Fliegen, das ein Ziel hat, lässt das Schweben sich treiben, überlässt sich der Drift der verschiedenen Luft- oder Wasserströmungen. Quallen, Schwebestaub, die bösen Winde der Odyssee, die Ballonfahrten Jules Vernes und die ultimative Drift in Kubricks «2001 – A Space Odyssey» belehren uns darüber, dass wir gerade dann ans Ziel kommen, wenn wir kein Ziel mehr haben …
