El baño del Papa

Die Stadt Melo steht Kopf. Hier macht der Papst auf seiner Uruguay-Reise in wenigen Tagen halt. Alles ist auf den Beinen oder klebt gebannt an einem der alten Fernseher in einer der zahlreichen Bars. Über 50´000 Besucher werden erwartet. Besonders die ärmeren Einwohner sehen im Grossanlass die Gelegenheit, endlich zu Geld zu kommen und ihrem Leben die lang ersehnte Wende zu geben. Auch Beto, der Fahrradschmuggler, beschliesst zu handeln. Doch statt wie alle anderen auf die Verpflegung der zahlreichen Besucher zu setzen, investiert er alles in den Bau eines Klos. Betos Frau Carmen und seine Tochter Silvia, die heimlich von einer Karriere als Journalistin träumt, stehen dem Plan skeptisch gegenüber. Aber gegen Betos Enthusiasmus ist nicht anzukommen. Ehe sie sich versehen, stehen beide als Türwärterin und Klopapierreicherin einsatzbereit vor einem schmucken Häuschen im eigenen Garten.

Die Regisseure erzählen bewusst vom ganz Alltäglichen und folgen ihren Figuren dabei dicht mit der Schulterkamera. Die so entstehende Nähe zum Dokumentarischen schafft zugleich auch Nähe zu den Menschen. Einfühlsam, aber nie beschönigend gibt der Film Einblicke in ihren Alltag, ihre Hoffnungen und Träume. Träume, die angesichts der medialen Berichterstattung in den Himmel zu wachsen scheinen. Ein humorvoller und zugleich melancholischer Blick auf das Phänomen Papstbesuch.

Franziska Koller
franziska.koller@kath.ch

«El baño del Papa», Uruguay 2007, Regie: Enrique Fernàndez und César Charlone; Darsteller: César Tronco, Virginia Méndez, Virginia Ruiz; Verleih: Trigon-Film, Internet: http://www.trigon-film.org, Filmwebsite (spanisch): http://www.montevideo.com.uy/banodelpapa

Filmstart: 24. Januar 2008

«El baño del Papa» ist Film des Monats Januar. Der Film des Monats kann als pdf geladen werden: medientipp.ch/pdf/filmtipp_200801.pdf