Ein Land als Beute

Schon seit Jahren war eine kleine Gruppe investigativer Journalisten in Südafrika auf der Spur eines gigantischen Korruptionsskandals. Anfang 2017 bekamen sie unerwartet eine Festplatte mit Tausenden von Fotos, Mails und Videos zugespielt: Die sogenannten Gupta-Leaks bewiesen, dass alles noch viel schlimmer war als gedacht. Seit Jacob Zuma ins Amt des Staatspräsidenten gekommen war, hatte er systematisch den drei indischen Gupta-Brüdern lukrative Staatsaufträge zugeschanzt. Über seinen ältesten Sohn, Chefmanager im Gupta-Imperium, verdiente Zumas Familie kräftig mit. Die Guptas machen Milliardengeschäfte im Transport- und Energiesektor – in einem Land, in dem viele Menschen nicht einmal Zugang zu sauberem Wasser oder Strom haben. Unterstützt wird die Ausplünderung des Staats von einer internationalen Beraterelite. Als die Kritik der Medien immer lauter wird, engagiert man die britische PR-Firma Bell Pottinger. Die Journalisten werden diffamiert, die Guptas zu armen Opfern einer rassistischen Presse stilisiert. Doch nach der Veröffentlichung der Gupta-Leaks wird die Staatsvereinnahmung gestoppt…