Echtes Leben. Weg von der Strasse

Kurz vor neun Uhr abends: Sozialarbeiterin Manuela Grötschel öffnet die Tür der Notschlafstelle «Raum58» in Essen. Vor der Tür warten zwei Jugendliche – Manuela kennt sie noch nicht. Am Esstisch versucht sie ins Gespräch zu kommen. Die Jugendlichen bekommen ein Bett für eine Nacht – fast bedingungslos. Einzige Regeln: keine Waffen, keine Drogen, keine Gewalt. 37’000 junge Menschen leben in Deutschland ohne feste Unterkunft. Viele sind vollkommen aus dem System gefallen. Ein Teufelskreis: keine Wohnung, keine Arbeit, kein Geld. Pinky, der Junge mit blondierten Haaren und grossen Ohrringen wühlt im Kleider-Spendenschrank nach neuen Schuhen. «Mit zwölf Jahren am Essener Hauptbahnhof, da wo die ganzen Alkoholiker waren und die ganzen harten Junkies abgehangen haben, da war ich halt immer bei.» Jetzt will er noch einmal einen Anlauf starten, einen Drogen-Entzug beginnen. Welche Chance haben die Strassenkinder, zurück in ein geregelteres Leben zu finden?