Echtes Leben. Kais letzte Reise
Spitzbergen im April: bis an die Eismeerküste meterhoch mit Schnee bedeckte Berge, wilde Gletscher, Packeis in einsamen Fjorden, Nächte mit arktisch klirrender Kälte und unerhörter Stille, von der Mitternachtssonne in ein magisch surreales Licht getaucht. Schon auf der ersten seiner drei Reisen war Kai dem Zauber dieser ungezähmten menschenleeren Wildnis und ihren unbestrittenen Herrschern, den umherstreifenden Eisbären, erlegen. Doch Kai war krank. Dass sein multiples Myelom, eine Art Knochenmarkkrebs, ihn am Ende töten würde, wusste er und ebenso wusste er genau, was nach seinem Tod passieren sollte: Zwei Jahre bevor er starb, nahm er einer Freundin das Versprechen ab, seine Asche in die Arktis zu bringen und im Polarmeer zu verstreuen: nördlich des 80. Breitengrades und, wichtigste Bedingung, unbedingt in Anwesenheit eines Eisbären
