Dunia

Das Leben einer jungen Frau in Kairo: Dunia sucht ihren Weg durch die vielschichtige, pulsierende Stadt. Ein Verkehrschaos oder ein Strassenmarkt stehen für das überbordende Leben, in dem die Hauptfigur ihre Befindlichkeit situiert. Dunia ist die Tochter einer berühmten Bauchtänzerin und möchte gerne selber tanzen. Sie weiss jedoch noch nicht genau, wie ihr Lebensweg aussehen wird. In assoziativen Geschichten wird die Sinnlichkeit der jungen Frau ins Bild gesetzt. Da sie ihre Lust am Leben nicht umsetzen kann, vertraut sie auf die Kraft der Poesie und des körperlichen Ausdrucks. Im Gegensatz zu ihrem jungen Liebhaber und künftigen Ehemann, findet sie eine gemeinsame Wellenlänge mit einem Professor für arabische Literatur, der sie nicht nur in die Geheimnisse der erotischen Sprache einführt.

«Dunia» ist ein Film, der verschiedene gesellschaftliche Brennpunkte mit einbezieht. Neben der Rolle der Frau sind es auch der Stellenwert des Körpers, die Beschneidung von Mädchen und die Gefahr von Extremisten für die Kultur. Der gesprochene Text aus dem Off wirkt für europäische Ohren etwas überladen. Die atemberaubende Präsenz der Hauptfigur und die universalen Bildercodes machen den Film jedoch sehenswert. Mit Hanan Turk als Tänzerin und Mohamed Mounir als Professor sind zwei grosse Stars des ägyptischen Kinos im Film zu erleben, die durch ihre Präsenz überzeugen.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

«Dunia», Ägypten/Libanon, Regie: Jocelyne Saab, Besetzung: Hanan Turk, Mohamed Mounir; Verleih: trigon-film, Internet: http://www.trigon-film.org

Kinostart: ab 8. November