DokThema. Taxifahrerinnen in Istanbul – Zwischen Machos und Klischees
Wer bei Funda ins Taxi steigt, der ist nicht selten überrascht. Die 43-Jährige ist in Istanbul eine Seltenheit in dieser männerdominierten Branche. Mit Hupkonzerten und waghalsigem Fahrstil quälen sich mehr als 20’000 Taxifahrer, oft rauchend und fluchend, durch den zähen Verkehr. Funda hingegen, eine von rund zehn Fahrerinnen, ist die Ruhe selbst. Sie störe der Verkehr kein bisschen. Im Auto fühle sie sich frei. Seit acht Jahren fährt sie, manchmal 24-Stunden am Stück. Pause macht sie nur, um zu beten oder um kurz die Augen zu schliessen, ehe es weitergeht. Unter ihren männlichen Kollegen gilt sie nicht nur als besonders fleissig, sondern noch dazu als Schnellste, was ihre 13-jährige Tochter Melek nicht gerne hört. Sie sorgt sich um ihre Mutter, die sich seit dem Tod des Vaters um den Lebensunterhalt der Familie kümmert
