DOK. Mai 68 – Die Vorzeichen
Anfangs der 1960er entdeckten die ersten Babyboomer eine paradoxe Gesellschaft: Der damalige Wirtschaftsboom führte zu einem Anstieg des Lebensstandards, der bisher ungeahnte Aussichten auf Befreiung bot. Aber dieses relative Hochgefühl stand nicht im Einklang mit den konservativen Konzepten, wonach immer noch Familie, Moral und Unterwerfung unter die Autorität vorherrschten. Für viele eine frustrierende Realität. Wenn es für die Mehrheit der Jugendlichen ausreichte, sich von den Älteren zu unterscheiden, wollte sich eine Minderheit von sozialen Normen befreien, die noch weitgehend konformistisch, entfremdend und erstickend empfunden wurden. Unter dem Einfluss von Vorläufern oder aufkommenden künstlerischen Bewegungen traten Zeichen von kultureller Rebellion, sozialem Dissens und politischem Protest auf. Diese Haltung wollte der herrschenden Ordnung trotzen und verband die persönliche Emanzipation mit dem Wunsch nach einer friedlichen und harmonischen Welt
