Doctor Jack

Sa 21.10.,
medientipp
 

Der Waadtländer Fotograf Benoit Lange ist dem heute 87jährigen britischen Dr. Jack (Jacob) Preger schon vor dreissig Jahren begegnet, als er sich als junger Mann bei Mutter Teresa engagierte und dann die «NGO Calcutta Rescue» gründete. Begleitet vom renommierten Walliser Kameramann Camille Cottagnoud folgt Lange ihm jetzt auf dem Weg zu den bedürftigen Menschen in den Slums und in der Agglomeration Kolkatas, zeigt deren beklagenswerte Lebenssituation und blickt in deren Hilfe suchenden Augen. Er lässt auch die Unterstützung eines kompetenten Mitarbeiterteams und der mit ihm verbündeten Sr. Cyril erahnen, ohne freilich die Grösse und Organisationsstruktur des Hilfswerks aufzuzeigen. Immerhin geht es unter anderem auch um vier Kliniken und zwei Schulen, die Dr. Jack gegründet hat. Von der Idee eines Films über seine Person war Dr. Jack offensichtlich nicht begeistert und hat dem Projekt eher widerwillig zugestimmt. Aber woher kommt die Scheu vor den Medien? Der Film dokumentiert kein hintergründiges oder analysierendes Interview und gibt rational keine wirklich schlüssigen Antworten auf die Fragen nach der Motivation für seine unermüdliche Hingabe. Immerhin erlaubt er einen kurzen intimen Blick in sein schlichtes privates Refugium, die sein mitmenschlich hingebungsvolles Leben wie dasjenige eines demütigen Wandermönchs in zivilen Kleidern verstehen lässt. Und auch dieser eindrückliche Blick macht ihn zutiefst glaubwürdig.

Hans Hodel, Jurykoordinator INTERFILM

«Doktor Jack» («Docteur Jack»), Dokumentarfilm von Benoit Lang, Schweiz 2016, Xenix Filmdistribution GmbH für ADOKFilm

Kinostart: 12. Oktober 2017

Prix du Public Solothurner Filmtage 2017