Die Steinkohle (2/2)
1923 wird das Ruhrgebiet mit der Besetzung durch französische Truppen zum machtpolitischen Spielball, die Rückeroberung scheint wegen der Bedeutung der Kohle alternativlos. Die Wirtschaftskrise vernichtet zudem Millionen Arbeitsplätze – beides ein Nährboden für die Nationalsozialisten, die die Steinkohle zum Schlüsselrohstoff ihrer Pläne machen. Sie steht damit schon wieder im Zentrum von Herrschaft und Zerstörung – und die Welt vor einem neuen Krieg. Doch ohne sie sind auch Wiederaufbau und Wirtschaftswunder undenkbar. Mit Gründung der Montanunion wird sie zum Geburtshelfer der europäischen Einigung. Ende der 50er führen internationale Konkurrenz und das Erdöl zur Schliessung zahlreicher Zechen – der Beginn der deutschen Subventionspolitik. Während in den 60ern Umweltschäden deutlich werden, bringt die Erdölkrise in den 70ern ein kurzzeitiges Comeback der Steinkohle. Doch ihr Niedergang ist nicht aufzuhalten
