Die Kirchen und die Rechten
In Zeiten von wachsendem Rechtspopulismus und zunehmender Fremdenfeindlichkeit treten die Kirchen für eine offene Gesellschaft ein, für Toleranz, das Recht auf Asyl und ein christliches Menschenbild, das auch Zugewanderte und Minderheiten einschliesst. Doch diese Positionen geraten besonders in der evangelischen Kirche unter Druck von aussen – aber auch von innen. Vor allem gegen diese Haltung in der Flüchtlingspolitik laufen Rechtskonservative Sturm. Aber auch tolerante Positionen gegenüber Homosexualität, Gleichstellungs- und Genderfragen sind ihnen ein Dorn im Auge. Nicht nur die AfD mit ihrer Vereinigung «Christen in der AfD», sondern auch Christen aus dem evangelikalen Spektrum und sogar vereinzelt Pastoren machen mobil gegen die angebliche «Politisierung und Säkularisierung» der Kirche. Während eine Allianz aus «Bibeltreuen» eine Rückkehr zur wörtlichen Auslegung der Bibel beschwört und ihre Grundsätze «dem Zeitgeist geopfert sieht», setzen Rechtspopulisten darauf, den Islam als christliches Feindbild in die Kirche zu tragen. Doch die wehrt sich
