Gewalt und Kannibalismus
2013: Forscher entdecken bei Halberstadt ein Massengrab mit elf Skeletten aus der Jungsteinzeit. Spuren an den Knochen zeugen von gezielter Tötung von Gefangenen. Wurden die ersten Auseinandersetzungen der Frühmenschen mit grösster Brutalität geführt? Oder waren sie Opfer eines Kults? In anderen Teilen Deutschlands werden ähnliche Gräber gefunden. Die Toten scheinen alle zur selben Zeit brutal getötet worden zu sein. Was ist hier vor knapp 7’000 Jahren passiert? Die Sesshaftwerdung führte offenbar zu neuartigen Konflikten. Denn jetzt entstand Privateigentum in einem Umfang, wie es die nomadisierenden Jäger und Sammler zuvor nicht kannten – mit Landbesitz, Häusern, Viehherden und so weiter. Mit dem Anspruch auf Eigentum kommen – das scheint die Botschaft der Massengräber zu sein – Neid, Habsucht und Gewalt. Muss davon ausgegangen werden, dass der Mensch vor rund 7’000 Jahren auch den Krieg erfunden hat?
