Die eiserne Zeit – Leben und Töten im Dreissigjährigen Krieg: Verwüstung 1632–1633 (4/6)

Die Nachricht von der Verwüstung Magdeburgs im Mai 1631 verbreitet sich wie ein Lauffeuer in ganz Europa. Tausende von Flugblättern prangern die bei der sogenannten Magdeburger Hochzeit an Protestanten verübten Gräueltaten an. Selbst in den katholischen Ländern rufen sie Angst und Schrecken hervor. Der Kaiser geht geschwächt aus dieser Belagerung hervor, während die schwedischen Truppen immer weiter nach Süden vordringen. Zu Hunger und Plünderungen kommt ein weiteres Übel: die Pest. Sie rafft die Bevölkerung ganzer Städte dahin, darunter auch Biberach, wo die Wirtin Barbara Gseller lebt. In einem bis heute erhaltenen Bericht schildert sie, wie die Katholiken und Protestanten von Biberach, die bis dahin friedlich zusammengelebt und in derselben Kirche gebetet hatten, nach dem Einmarsch der Schweden gezwungen waren, sich für eines der beiden Lager zu entscheiden