Die Chroniken von Narnia – Die Reise auf der Morgenröte
Die Fantasy-Figuren aus Narnia bevölkern wiederum die Imagination des Kinos in der Weihnachts- und Neujahrszeit. Der dritte Teil beschäftigt sich mit dem Bösen, das durch grünen Nebel symbolisiert wird und seine Existenz auf einer unbekannten Insel in den südlichen Meeren fristet. Lucy und Edmund Pevensie besteigen zusammen mit ihrem ungläubigen Cousin ein Schiff mit dem poetischen Namen «Morgenröte» und folgen einem blauen Stern. Dieser führt sie zu dem Ort des Schreckens, wo die drei Kinder schreckliche Versuchungen überstehen müssen. Die alles verschlingende Riesenschlange aus dem Meer ist nur eine davon.
Vieles erinnert an die christliche Symbolwelt, nicht zuletzt die Gestalt des messianischen Löwen Aslan. Der Autor des siebenteiligen Narnia-Zyklus C. S. Lewis hat zahlreiche christlich-religiöse Verweise in die Erzählung eingebaut: Der Kampf zwischen Gut und Böse, Schuld und Versöhnung, Ethik des Handelns, Tod und Auferstehung. In der Vorweihnachtszeit scheint das Bedürfnis beim Kinopublikum nach einer mythologischen Wurzelbehandlung besonders gross zu sein. Sowohl die Welt von Narnia als auch das Universum von Harry Potter sind Versuche, die entzauberte Welt wieder mit magischen Kreaturen und Sinndeutungen zu füllen. Bei «Harry Potter 7» und «Narnia» geht es um die Erklärung für das Böse in der Welt und die Hoffnung, dass diese Macht kontrolliert werden kann. Wenn es doch so einfach wäre, das Böse mit magischen Kräften aus der Welt zu schaffen!
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
«Die Chroniken von Narnia – Die Reise auf der Morgenröte», USA 2010, Regie: Andrew Adamson, Besetzung: Tilda Swinton, William Moseley, Anna Popplewell, Skandar Keynes, Georgie Henley, Verleih: Warner Bros., Internet: http://www.narniamovie.ch
Kinostart: 16. Dezember 2010
