Die Ballade von Narayama (Narayama Bushi-Ko)
Frau Orin (Sumiko Sakamoto) lebt mit ihren erwachsenen Söhnen und ihren Enkeln in einem Dorf am Fusse des heiligen Berges Narayama. Der Alltag der Menschen ist geprägt vom Rhythmus der Natur. Man paart sich, man bekommt Nachwuchs, man bestellt das Feld und trotzt der Natur das zum Überleben Notwendige ab. Rau und archaisch geht es im Dorf zu. Um die Zahl der Esser zu begrenzen, verlangt es die Tradition, dass die älteren Dorfbewohner zum Sterben auf den Narayama gebracht werden. Frau Orin ist noch rüstig, aber – der Religion verpflichtet – bereitet sie sich vor und richtet das Leben ihrer Söhne für die Zeit ohne sie ein. Tatsuhei (Ken Ogata) muss die Mutter gegen seinen Willen auf den Berg bringen. Als sie den von Gebeinen und Schädeln übersäten Totenacker erreichen, beginnt es zu schneien. Shohei Imamura konzentriert sich in seinem bildgewaltigen Drama (JAP 1983) ganz auf das Körperliche, das Unmittelbare im Menschen
