Die Abenteuer von Tim und Struppi

Bis heute gehört die 1929 von Hergé geschaffene Figur des unerschrockenen jungen Reporter Tim (Tintin) mit seinem Hund Struppi zu den legendärsten Kultcharakteren der Comic-Welt. Nun hat Steven Spielberg es unternommen, die Animationsfiguren mit Menschen zu besetzen und in 3-D zu drehen. Wer Filme wie «Pirates of the Carebbean» oder «Indiana Jones» mag, kommt bei dieser temporeich inszenierten Abenteuergeschichte auf seine Rechnung.

Per Zufall ersteht Tim auf dem Flohmarkt ein altes Schiffsmodell. Doch mehrere dunkle Gestalten sind hinter dem Schiff her und Tim zögert nicht, dessen Geheimnis zu entschlüsseln. Das bringt auch Kapitän Haddock dazu, aus seinem Schnapsnebel zu erwachen und sich einer alten, noch offenen Rechnung zu stellen.

Über Spielbergs Entscheid, die Protagonisten des Filmes als comicnahe Figuren im Performance-Capture-Verfahren zu gestalten, mag man geteilter Meinung sein. Interessant ist jedoch, wie das Drehbuch gegenüber der Vorlage aus «Das Geheimnis des Einhorns», eine neue Zuspitzung findet. Der Held des einst gesunkenen Schiffes ist hier nämlich kein ferner Ahnherr, sondern Haddocks Grossvater. Aufgerüttelt durch das Abenteuer mit Tintin vermag sich der Kapitän endlich zu erinnern und löst sich aus dem übergrossen Schatten des Vorfahren. Nebst Spass und Action bleibt so am Ende auch die subtile Botschaft, dass Erinnerungskultur Schätze öffnen und zu neuer Lebendigkeit führen kann.

Brigitta Rotach, Kulturjournalistin
brigitta.rotach@access.uzh.ch

«Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis des Einhorns» («The Adventures of Tintin – The Secret of The Unicorn»), USA 2011, Regie: Steven Spielberg, Besetzung: Jamie Bell, Andy Serkis, Daniel Craig. Verleih: Walt Disney Company, Filmwebsite: http://www.tim-und-struppi-film.de

Kinostart: 27. Oktober 2011