Der weisse Rabe – Max Mannheimer

Max Mannheimer (1920–2016) bezeichnete sich selbst als «weissen Raben», als Seltenheit, denn es gibt kaum noch Überlebende der Shoah und Zeitzeugen, die darüber reden können. Mannheimer, der 1920 in Nordmähren in der Tschechoslowakei als Sohn jüdischer Eltern geboren wurde, floh nach der Reichspogromnacht mit seiner Familie an die ungarische Grenze. 1943 wurde er über Theresienstadt nach Auschwitz deportiert. Seine Eltern, seine Schwester und seine Frau sah er nie wieder. Nur er und sein Bruder Edgar überlebten die Konzentrationslager Auschwitz, Warschau, Dachau und Mühldorf. Nach Kriegsende verliebte sich Mannheimer in die deutsche Widerstandskämpferin Elfriede Eiselt, die seine zweite Frau wurde und mit der er 1946 nach München zog. Als Mitte der 1980er-Jahre ein Zeitzeugenbericht Mannheimers in einer wissenschaftlichen Zeitschrift erschien, wurde die Öffentlichkeit aufmerksam. Mannheimer begann, vor Jugendlichen und Erwachsenen Vorträge über seine Erlebnisse während des Nationalsozialismus und in den Konzentrationslagern zu halten. Dies tat er bis zu seinem Tod – als unermüdlicher und charismatischer Aufklärer