Der Triumph des Ananaskönigs
1972. Als 20-Jähriger wanderte Johann Dähler nach Westafrika aus, wurde zum grössten Ananaspflanzer der Elfenbeinküste. 1’500 Einheimische arbeiteten als Taglöhner auf seinen Plantagen. Aus dem Nichts hatte Dähler sein 20’000 Hektar grosses Lebenswerk geschaffen. Eine helvetische Erfolgsstory also? Nicht ganz: Ende der 1990er-Jahre litt Dähler zunehmend unter der Konkurrenz durch die grossen Multis. 1997 spitzte sich die Krise dramatisch zu. Bei Ausbruch der blutigen Rebellion im Dezember 1999 musste er mit seiner Familie die Elfenbeinküste fluchtartig verlassen. In der Schweiz versuchte Dähler fieberhaft, mit Ananasimporten seine Familie zu ernähren. 2009 erlitt er einen Herzinfarkt und musste operiert werden. Wieder gesund wollte es Dähler wagen und 2010 seine ehemaligen Arbeiter und Angestellten in der Elfenbeinküste besuchen. Es wurde eine schwierige Reise: Die gepflegten Plantagen von einst waren inzwischen völlig überwuchert, die Farmervilla, wo er seine Kinder gross gezogen hatte, verwahrlost. Da fasste Dähler den Entschluss, seinen Besitz zurückzuerobern und anstatt Ananas künftig Gummibäume anzupflanzen …
