Der Rote Baron – Manfred von Richthofen

Manfred von Richthofen gilt als Inbegriff des guten Kriegshelden. Mit 80 Luftsiegen im Ersten Weltkrieg wurde er zum Vorbild stilisiert – seine Fairness und Ritterlichkeit rühmen NATO-Kommandeure bis heute. Doch die Legende ist falsch: Richthofen war besessen von der Menschenjagd, süchtig nach dem Abschuss. Geschaffen wurde die Mär vom «guten Ritter der Lüfte» im Ersten Weltkrieg, um die schlechte Moral von Truppe und Volk zu stärken. Richthofen wird zum Superstar des Kaisers. Sein wahres Wesen – brennender Ehrgeiz, Skrupellosigkeit und Blutrausch – werden retuschiert. Nur seine Mutter ahnt es und schreibt darüber in ihrem Tagebuch. Der Historiker Joachim Castan hat erstmals und exklusiv Zugang zu den Familienarchiven der Familie sowie dem bislang unveröffentlichten Tagebuch der Mutter. Seine Entdeckungen belegen eindrucksvoll, wie das Leben Manfred von Richthofens von Kaiser und Nazis zur eigenen Mythenbildung missbraucht wurde – und wie sorglos Bundeswehr und NATO bis heute mit diesem Erbe umgehen