Der Richter und der Mörder (Le juge et l’assassin)
1895 wird der sensible, aber jähzornige Bouvier (Michel Galabru) aus der Armee entlassen. Er kehrt zu seiner Angebeteten zurück, Louise (Cécile Vassort) will sich jedoch nicht mit ihm verloben. Es kommt zum Streit, Bouvier schiesst auf sie und sich. Er überlebt, wird jedoch in eine Heilanstalt eingewiesen. Nach kurzer Zeit wird er entlassen – ein fataler Fehler: Bouvier zieht perspektivlos und mordend durchs Land. Zur selben Zeit verfolgt Provinzrichter Rousseau (Philippe Noiret) eine Serie von Morden an Jungen und Mädchen, die auf grausame Weise vergewaltigt und getötet wurden. Anhand des Phantombildes erkennt er Bouvier sofort. Es gelingt ihm, Bouvier ein Geständnis abzuringen. Zugleich werden ihm die Ursachen der psychischen Probleme deutlich: Bouvier wurde selbst als Kind missbraucht. Nichtsdestotrotz will er den «Bösewicht» zur Strecke bringen. Bertrand Taverniers Leidenschaft gilt den Menschen am Rande der Gesellschaft – auch in «Le juge et l’assassin» (Fr 1976) wird dies eindringlich sichtbar, ist der Film doch multiperspektivisch angelegt
