Der Prozess

Moskau, 1930, die Säulenhalle im Haus der Gewerkschaften: Eine Gruppe von Wirtschaftswissenschaftlern und Ingenieuren wird beschuldigt, in den 20ern in einer verschwörerischen Verbindung mit dem damaligen französischen Premierminister Raymond Poincaré und anderen führenden ausländischen Staatsmännern gestanden zu haben, um die Sowjetmacht zu untergraben und den Kapitalismus einzuführen. Trotz mangelnder Sachbeweise werden die Angeklagten nach erfolterten Geständnissen verurteilt. Der Vorsitzende des Sondergerichts ist Andrej Wyschinski, eine Schlüsselfigur der berüchtigten Schauprozesse und der Stalinschen Säuberungen. Er fordert für diesen vermeintlichen Landesverrat die Todesstrafe. Sergei Loznitsas Dokumentarfilm  versetzt den Zuschauer in die Zeit des «Grossen Terrors»: Das Stalinregime organisierte damals auf der Grundlage von Verschwörungstheorien «Säuberungswellen», um politische Gegner zu eliminieren und sich die absolute Macht zu sichern. Exekutiert wurden Wirtschaftswissenschaftler, Offiziere der Armee, Intellektuelle, Schriftsteller und andere Künstler und sogar Minderjährige