Der Marathonmönch von Kyoto

Der japanische Mönch Hoshino Endo hat sich für eine besondere Art zu beten entschieden: Jede Nacht läuft er auf schmalen, steilen Pfaden 30 Kilometer durch die Zedernwälder des Berges Hiei. Der 31-Jährige ist Marathonmönch, ein Gyogia, wie die Asketen des buddhistischen Enryaku-ji-Ordens genannt werden. Was ihn antreibt, ist die Suche nach Erleuchtung. – Ingolf Bauer begleitet in seinem Film Hoshino Endo bei seinen Läufen und in seinem Alltag. In den nächsten drei Jahren will der Mönch seine Laufstrecke auf 84 Kilometer pro Nacht steigern. Über sich hinauszuwachsen, seine eigenen Begierden abzulegen, das ist das Ziel seiner Strapazen. Umkehren kann Hoshino nicht mehr. Einmal begonnen, muss ein Gyogia den Weg bis zu Ende gehen. Ob Krankheit oder Verletzung, ob Taifune oder Schnee, Hoshino wird keinen Kilometer auslassen. Denn sonst bliebe ihm nur der Tod. Eine Waffe für den Suizid trägt er immer bei sich